Rückblick

Das Vegan-Vegetarische Sommerfest 2008: Wie alles begann

Am Anfang war es nicht mehr als eine verrückte Idee: Warum nicht mal ein Sommerfest veranstalten, bei dem ausschließlich vegan-vegetarische Speisen angeboten werden und die Besucher darüber hinaus die Möglichkeit erhalten, sich über die vegan-vegetarische Ernährung zu informieren, verschiedene Tierschutzorganisationen kennen zu lernen und sich über tierschutzrelevante Themen auszutauschen? Dies fragten sich im Frühjahr 2008 die ehrenamtlich Aktiven der Berliner Organisation Berlin Vegan und beschlossen, im darauffolgenden Sommer das erste Vegan-Vegetarische Sommerfest in Berlin zu veranstalten.

Das erste Berliner Vegan-Vegetarische Sommerfest fand statt auf dem vom Bezirksamt Wedding betreuten Kinder- und Abenteuerspielplatz Humboldthain. Seinerzeit unter dem Motto „Kostenlos & Draußen“ wurden eine Vielzahl vegan-vegetarischer Köstlichkeiten angeboten und an den vielfältigen Ständen verschiedenster Organisationen gleichzeitig Informationen zur vegan-vegetarischen Lebensweise und anderen tierschutzrelevanten Themen gegeben. Da das Fest explizit als Familien- und Kinderfest konzipiert war, konnten die Kleinen nicht nur auf dem Spielplatz nach Herzenslust toben, sondern auch an Spielen teilnehmen oder mit Clown Aha Luftballon-Tiere basteln, während die Großen bei schönstem Spätsommerwetter das Büffet genossen und sich austauschten.

Mit damals rund 250 bis 300 Besuchern war das Sommerfest zwar nach Ansicht aller Beteiligten schon ein großer Erfolg, hatte jedoch noch einen sehr „familiären“ Charakter.

Das Vegan-Vegetarische Sommerfest 2009: Was dann geschah

Im folgenden Sommer im Jahr 2009 sollte es wegen des großen Erfolges eine Neuauflage des Sommerfestes geben, und zwar wieder auf dem bereits bewährten Gelände des Kinder- und Abenteuerspielplatzes Humboldthain. Außer einem kostenlosen vegan-vegetarischen Büffet, Informationsständen und einem bunten Rahmenprogramm für die Kinder gab es anlässlich der parallel stattfindenden Fête de la Musique diesmal auch Live-Musik diverser Künstler wie z.B. K.C. McKanzie.

Das Konzept ging auf – ca. 800 bis 1.000 Besucher brachten das Gelände des ASP Humboldthain an die Grenzen seiner Kapazitäten – und feierten ausgelassen einen ganzen Sommertag lang bis in die frühen Abendstunden. Damit war das Fest ein durchschlagender Erfolg – mit solch großem Andrang hatten auch die Organisatoren von Berlin Vegan selbst in ihren kühnsten Träumen nicht gerechnet!

Das Vegan-Vegetarische Sommerfest 2010: Das Sommerfest wird „erwachsen“

Aufgrund des großen Erfolges in den Vorjahren war abzusehen, dass das Gelände des Abenteuerspielplatzes Humboldthain dem Andrang 2010 nicht mehr gewachsen sein würde. Deshalb überarbeiteten die Organisatoren von Berlin Vegan das Konzept komplett – 2010 sollte das Sommerfest ein „echtes“ Straßenfest werden und mehr als in den Vorjahren auch das „nicht szene-interne Publikum“ ansprechen. Wegen der damit verbundenen Mehrarbeit an Organisation und Vorbereitung, der Bewältigung behördlicher Auflagen etc. musste ein kompetenter Partner gefunden werden – eine Funktion, die der VEBU (Vegetarierbund Deutschland) hervorragend erfüllt hat.

Mitten auf dem belebten Berliner Breitscheidplatz und vor der Kulisse von Gedächtniskirche und Wasserklops fand am 21. August 2010 das Sommerfest erstmals in zentraler Lage statt. Wie auch in den Vorjahren war der Wettergott gnädig und zeigte sich mit Sonnenschein und warmen Temperaturen erneut von seiner besten Seite. Zum ersten Mal gab es neben den verschiedenen Infoständen auch ein professionelles Speisen- und Getränkeangebot in so reichhaltiger Auswahl, dass man als Besucher gar nicht wusste, wo man zuerst probieren sollte. Zentraler Anlaufpunkt war aber natürlich – wie sollte es anders sein – der Eisstand mit seinem Angebot besonders leckerer Soja- und Fruchteissorten. Auch das Rahmenprogramm war 2010 noch bunter und vielfältiger: So gab es unter anderem eine Live-Kochshow mit dem veganen Starkoch Attila Hildmann und Live-Auftritte von den Kafkas, Set-Sails/Nessi und Sookee.

Das Vegan-Vegetarische Sommerfest 2011: Trotz schlechtem Wetter wurde dieses Fest ein riesen Erfolg!

Was für ein Sommerfest! Eigentlich war es eher ein Regenfest. Dennoch trotzten tausende Besucher dem Wind und Regen, wie wir das bei einem solchen Wetter nicht zu hoffen gewagt hatten. Die praktisch ununterbrochenen Schlangen an den zahlreichen  Essens-, Verkaufs- und Informationsständen zeigen deutlich, dass das Thema des Vegetarismus/Veganismus und das Wissen um seine enorme Bedeutung in der breiten Bevölkerung angekommen sind.

Vom grauen Himmel abgelenkt wurden die Besucher von einem bunten Bühnenprogramm mit Live-Bands, interessanten Vorträgen und einer Kochshow. Die Tombola tat ihr Übriges und erfreute die Spieler mit vielen Preisen, manchmal sogar mehr, als sie tragen konnten.

Und auch der neue Standort am Alexanderplatz hat sich als gute Wahl erwiesen, da er mitten im Herzen Berlins gelegen ist und neben den bereits vegetarischen und veganen Fans des Festes und den weiteren gezielt kommenden Interessenten auch ein breites Laufpublikum erreicht, das auf diese Weise ebenfalls mit dem Thema konfrontiert wurde.

Das Vegan-Vegetarische Sommerfest 2012: Riesenandrang bei strahlendem Sonnenschein

Sommer, Sonne, Lebensfreude! Das Vegan-Vegetarische Sommerfest 2012 war ein Sommerfest, wie es im Bilderbuch steht – die Sonne strahlte nur so! Doch nicht nur sie! Denn in der nunmehr fünfjährigen Erfolgsgeschichte dieses Festes stellte das diesjährige Sommerfest einen neuen Rekord auf – und zwar sowohl an Ausstellern als auch Besuchern. Das fünfte Jahr in Folge ist das Fest nun schon deutlich gewachsen – ein klares Zeichen dafür, dass die vegan-vegetarische Lebensweise in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist!

Neben toller Livemusik von „Notic Nastic“, „Orpheus & the Sea“ und „Emaline Delapaix“ gab es interessante Lesungen und Vorträge von Marsili Cronberg („Wie ich verlernte, Tiere zu essen“), Andreas Grabolle („Kein Fleisch macht glücklich“) und vielen anderen. Als Highlight zeigte der vegane Spitzenkoch und Restaurantbesitzer Björn Moschinski in einer Kochshow, wie man aus rein pflanzlichen Zutaten leckere Speisen (veganer Eiersalat, Gyros und Beerenshake) zaubert. Natürlich war auch für die Kleinen bestens gesorgt: Sie erfreuten sich auf der Hüpfburg und beim Kinder-Schminken.

Die zahlreichen Info- und Verkaufsstände luden viele Interessierte ein, sich mit dem Konsum von Erzeugnissen tierischer Herkunft einmal genauer auseinanderzusetzen und gleichzeitig die vegane Produktvielfalt zu genießen. So wurden beispielsweise tierversuchsfreie Kosmetik und vegane Accessoires wie Gürtel, Schuhe und T-Shirts präsentiert.

Größer, bunter, besser: Fleischfrei gefeiert wurde 2013 wieder auf dem Berliner Alexanderplatz – mit veganem Döner, Showkochen und Live-Musik.

Auf dem Veggie-Sommerfest konnten sich große und kleine Besucher einen ganzen Tag lang über den vegetarischen Lifestyle informieren, vegan schlemmen und ein vielfältiges Programm erleben. An rund 70 Info- und Verkaufsständen warten auf die Besucher internationale Leckereien, vegane Bio- und Rohkost-Spezialitäten, tierversuchsfreie Kosmetik, T-Shirts mit tollen Motiven und lederfreie Produkte und Accessoires wie Gürtel und Schuhe.

Auf dem Sommerfest wurde ein beeindruckender Rekord aufgestellt: Der vegan lebende Kraftsportler Patrik Baboumian, der sich 2011 den Titel “Stärkster Mann Deutschlands“ holte, trug sage und schreibe 555 kg über eine Distanz von 10 Metern hinweg! Auf der Bühne sorgten unter anderem Emaline Delapaix, Morgaine und Herr Binner für gute Stimmung. Und im Kongresszelt konnten spannende Vorträge und Lesungen gehört werden. Mit dabei waren Raphael Fellmer, Jumana Mattukat und viele andere. Hier gab es auch eine Live-Show der Sendung „MiViZ“ mit Marsili Cronberg.

Das persönliche Glück konnten alle bei einer Tombola mit vielen interessanten Sachpreisen herausfordern: Ob Restaurantgutscheine, Kosmetikartikel oder Lebensmittel – für jeden Geschmack war etwas dabei. Ein betreutes Kinderprogramm mit Hüpfburg, Kinderschminken und anderen Attraktionen sorgte dafür, dass auch die kleinsten Gäste Spaß hatten.

Vom 29. bis 31. August 2014 fand auf dem Alexanderplatz unser Fest statt – das erste Mal drei Tage!

50.000 Besucher konnten sich von Freitag bis Sonntag über den vegetarisch-veganen Lifestyle informieren, vegan schlemmen und ein abwechslungsreiches Programm erleben. Damit ist das Berliner Vegan-Vegetarische Sommerfest das größte seiner Art in Europa!

An rund 70 Info-, Gastronomie- und Verkaufsständen gab es internationale Leckereien, vegane Bio- und Rohkost-Spezialitäten, tierversuchsfreie Kosmetik, Mode sowie lederfreie Accessoires. Die Infostände der anwesenden Umweltschutz-, Tierschutz- sowie Tierrechtsorganisationen waren gut besucht. Die Aktiven berichteten über ihre Arbeit und beantworteten Fragen zu ihrem Engagement.

Auf der Bühne begeisterte Björn Moschinski die Zuschauer mit einer Live-Kochshow und der vegan lebende Kraftsportler und Autor Patrik Baboumian bewegte das Publikum. Der VEBU war als einer der drei Veranstalter neben Berlin-Vegan und der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt vor Ort und stand für Fragen rund um die vegetarisch-vegane Lebensweise zur Verfügung. Im Kongresszelt wurden Vorträge und Workshops angeboten. Die US-amerikanische Sozialpsychologin Dr. Melanie Joy debattierte mit dem Publikum über die Fragestellung „Warum wir Hunde lieben und Schweine essen“. Die Bestsellerautorin Hilal Sezgin las aus ihrem neuesten Buch „Hilal Sezgins Tierleben“.

Ein betreutes Kinderprogramm mit Hüpfburg, Kinderschminken und anderen Attraktionen sorgte für Spaß bei den jüngsten Gästen. Das von Laura Schneider und Frank Metzker moderierte Bühnenprogramm brachte die Besucher des Festes in Stimmung. Neben dem Livemusikprogramm mit Rock, Jazz und Rap konnten die Gäste zu Electroswing tanzen und den Klängen einiger Singer-Songwriter lauschen. Den Ausklang des Festes gestaltete am Sonntag die Berliner Band „Berge“.

Eine Bilderreise durch unser Veganes Sommerfest 2015

 

Drei Tage lang feiern beim „9. Veganen Sommerfest Berlin“

Am Freitag, dem 19.08.2016, verwandelte sich der Berliner Alexanderplatz wieder in ein veganes Mekka. Dort, wo sonst Currywurst-Verkäufer ihre Runden drehen, veranstaltete der VEBU zusammen mit „Berlin-Vegan“ und der „Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt“ das „9. Vegane Sommerfest Berlin“, das zeigte, wie viel Spaß eine tierleidfreie Lebensweise macht.

Tierfreundliche Schuhe, Kleidung und Kosmetik sowie kulinarische Highlights und Infostände zahlreicher Organisationen luden zum Stöbern und Genießen ein. Auf der Bühne und im Vortragszelt gab es ein abwechslungsreiches Programm, das sowohl für langjährige Veggies als auch für Neulinge spannend und unterhaltsam war.

Unser Sommerfest begeisterte sowohl Berliner Passanten und Touristen für die pflanzliche Lebensweise und war zugleich Treffpunkt für vegetarisch und vegan lebende Menschen. Der Ansturm der vergangenen Jahre und auch 2016 mit über 60.000 Besuchern zeigte, dass das Interesse der Menschen ungehalten ist und wir bereits voller Vorfreude dem  nächsten Fest entgegensehen.

 

Das Vegane Sommerfest 2016 aus der Sicht eines Orgateam-Mitglieds

Rückblicke beschreiben häufig Highlights. Ich will euch hier Einblicke geben, ebenfalls mit Highlights – vielleicht von etwas anderer Art.

Das Vegane Sommerfest Berlin wird jedes Jahr von einem Team Ehrenamtlicher auf die Beine gestellt, unterstützt vom VEBU (Vegetarierbund Deutschland e.V.), der Albert-Schweitzer-Stiftung und Berlin VEGAN. 2016 war ich zum ersten Mal als Ehrenamtliche dabei.

Alles fing ganz harmlos an, gelegentliche Treffen, immer etwas Leckeres zu Essen dabei – so sind Veganer*innen einfach. Aufgaben verteilen, diskutieren und Lösungen finden

Richtung Sommer wurde es dann immer spannender. Und mit spannender meine ich nervenaufreibender. Das Programm muss stehen, Banner in Druck gegeben werden, die Absegnung vom Bezirksamt, Bestellung von Öko-Toiletten, Pflanzen, Bänke. Aussteller finden, Sticker entwerfen, Sommerfest-Taschen zum Verkauf und Crew-Shirts für das ganze Team.
Das Wochenende 25.-27. August ist da. Am Vorabend in sommernächtlicher Atmosphäre zeichnen wir den Standplan auf den Alexanderplatz. Noch sieht hier alles ganz ruhig aus. Morgen früh wird sich das innerhalb weniger Stunden ändern.
Die Aussteller bauen ab 9.00 Uhr auf. Wir freuen uns, dass Rico von der Burg Nagezahn da ist. Er arbeitet fast ohne finanzielle Mittel und hat sich dem Wohl von Haustieren, im speziellen den Nagern unter ihnen versprochen. Den Stand hat er aus der Verlosung für Start-ups und NGOs kostenfrei bekommen. Aber auch altbekannte sind dabei. Wheaty versorgt mit den besten Würstchen, Bionade hat eine Chill-out-Lounge mit lässiger Musik aufgebaut. Das Great Ape-Project wirbt für seine Arbeit gegen den Missbrauch der intelligenten, einfühlsamen Menschenaffen.
An der Tombola stehen die Menschen, um die begehrten Lose zu kaufen, denn jedes Los ist ein Gewinn. Schon bald sieht man, wie schwere Beutel mit Ananas-Kokos-Milch, Veggie-Mayo, sommerlichen Duschgels und anderen kleineren und größeren Kostbarkeiten über den Platz getragen werden.
Gegenüber steht die Hüpfburg für die kleinen Besucher*innen. Ein freiwilliger Helfer, ein Bär von einem Mann, übernimmt für ein paar Stunden die Aufsicht. Sein wachsamer Blick und seine „allezeit bereit“-Pose verraten, wie ernst er seine Aufgabe nimmt.
Auf der Bühne gibt es abends supercoole Gigs, Honey La Bronx reist sogar aus New York an. Erstmalig dieses Jahr gibt es eine Modenschau. Kristina von Loveco, einer fair-vegane Berliner Modeboutique, ist sofort dabei und stattet unsere Models mit den richtigen Outfits aus. Von der sommerlichen Leinenhose zu „seidiger“ Abendmode aus Tencel und kuscheligen Baumwollpullis ist alles dabei. Und die ehrenamtlichen Models strahlen auf dem eigens aufgebauten Laufsteg.
Im Vortragszelt geben Der Graslutscher und Der Artgenosse sich gerade die Ehre, sehr witzig und ein bisschen ernst. Alle Referenten, darunter echte Stars der veganen Szene, sind unentgeltlich hier. Wer hier ist, hat Spaß.

Für Veganlebende ist das Vegane Sommerfest ein Schlemmerparadies. Die besten Burger gibt´s hier sowieso, aber da hört es noch lange nicht auf. Belgische Waffeln, Softeis, traditionell vegane indische und nordafrikanische Gerichte, gleich neben den Köstlichkeiten der Berliner Tofurei, den Tofu Tussis und vieles mehr. Da ist für jede*n etwas dabei.

Drei Tage sprühende Energie auf dem Alex, buntes Treiben, Freunde und Bekannte aus ganz Deutschland treffen sich hier wieder. Und wir sind mitten drin. Teilweise an der Grenze der Belastbarkeit, aber glücklich. Glücklich, dass das all das möglich ist. Glücklich, dass so viele Menschen zusammenkommen um eine tierleidfreie Lebensweise zu feiern und zu genießen.